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Krieg

Warum nur, warum?

 

Fazit aus Lyras Klage Band 3, "Bin da" von Pi, ISBN 978-3-945033-66-1


Das Bild zeigt eine brennende Stadt, Truppenbewegungen und einen Flüchtlingstreck
"Verlorene Heimat" ein Pi-Bild von Waltraud Meckel aus Offenbach "W A R U M"

 

Lyra hält ein letztes Mal Zwiesprache mit Jonas. Sie sieht ihn im Geist bei seinen Schafen sitzen. Manchmal ist sie traurig darüber, dass sie nicht mehr bei ihm in der Wüste sein kann. Doch als sie die Augen schließt, ist sie mit ihren Gedanken bei ihm und ist sich fast sicher, dass er ihr jetzt zuhört.

So spricht sie zu ihm: „Jonas, ich habe auf meiner Reise durch das All mit den Hüllenlosen so viel gesehen und würde den Menschen gerne noch etwas sagen, sie warnen. Ich weiß nur nicht, wie. Schau Jonas, ich habe das Weltall mit seiner unendlichen Unendlichkeit kennengelernt und fand heraus: Darin sind wir Menschen ein NICHTS. Wirklich nur ein NICHTS. Wir führen uns aber auf, als gehöre uns die ganze Welt! Nichts gehört uns, noch nicht einmal die Erde, denn wir kommen auf diese Erde mit NICHTS. Wir gehen davon mit NICHTS.

Dann vergehen unsere Körper in der Erde zu einem NICHTS. Was ist es uns dann wert, einen Krieg zu führen für eben dieses NICHTS?“

Lyra schmunzelt. „Jonas, ich rede Blödsinn. Vielleicht aber auch nicht? Schau! Für was soll ein Krieg nun wirklich gut sein? In all meinen Berichten war das Resultat niederschmetternd. Hier wurde nur das Schicksal einer einzigen Familie heraus gegriffen. Und mit welcher Tragödie endete das.

Dabei wurde noch nicht einmal über die turbulenten Schicksale ihrer Kinder gesprochen.

Darüber sollten wir jedoch nicht vergessen, dass unser Leben in dem großen Gefüge, in der Weltordnung, trotzdem eine wichtige Rolle spielt. Der Einzelne ist zwar nur ein winzig kleines Rädchen“, Lyra lächelt, „du weißt, Jonas, ich vergleiche das Weltgeschehen gern mit einer Uhr. Darunter kann ich mir etwas vorstellen. Dieses Rädchen fügt sich aber ins nächst größere, greift weiter und so weiter, und so weiter, endlos.

Beginnend mit unserer Geburt, unserem Werken und Wirken und unseren Nachkommen schließen wir einen Kreis, und jeder Kreis hat seine Unendlichkeit und seine Wichtigkeit.

Unsere Vergangenheit ist sowohl der Baustein für unsere Gegenwart, als auch für die Zukunft. Deshalb sollten wir die Bausteine sorgsam wählen und sorgsam setzen.

Im Grunde genommen benötigen die Menschen nur genug zu essen und ein Dach über dem Kopf. Alles, was mehr ist, ist Luxus. Ich wiederhole mich schon wieder, aber das macht nichts.

Wozu brauchen wir also noch das Dach unseres Nachbarn?

Gibt er es uns nicht freiwillig, dann fangen wir einfach einen Krieg an?!

Ist das nicht primitiv?

Hat er es bekommen, was ist dann? Eines Tages muss dieser Mensch sterben und alles zurücklassen, was er angehäuft hat. Hat er großes Pech, verliert er auch noch seine Söhne in eben diesem, von ihm gewollten Krieg. Einen solchen Ausgang hat er sicher nicht gewollt.

Hat ihm nun sein Krieg Glück gebracht? Wohl kaum.

Deshalb sollten wir lieber unseren, in bitterer Not lebenden Nachbarn helfen. Dann kommt dieser auch sicher nicht auf den Gedanken, bei uns zu stehlen, um überleben zu können. Beide Seiten sollten eigentlich damit zufrieden sein können.

Schau! Ein zufriedener Mensch ist ein glücklicher Mensch.

Denn ein zufriedener Mensch giert nicht nach dem Besitz seines Nachbarn.

Noch etwas Wichtiges würde ich gern den Menschen sagen:

Schont eure Erde! Ihr braucht sie zum Leben, aber auch zum Überleben.

Geht ihr zu weit, wird sie sich rächen.“

Davon habe ich hier, weiß Gott, genug berichtet.

Denn bedenkt, die Erde braucht den Menschen nicht!

 

Meinst du, Jonas, mein Gerede wird die Menschen interessieren? Manchmal denke ich, nein. Er hat noch nie aus seinen Fehlern gelernt, obwohl er bisher mehr als genug machte.

Das macht mich sehr traurig, und es ist wirklich schade, weil ein Krieg noch nie den Menschen Glück gebracht hat.

Leb wohl, Jonas!

Leb wohl!“

 

 

 

Ende

 

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Hi Leute, redet mit mir, ich bin kein Geist

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